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Kampagne “Wer hilft, verdient Respekt”
Verbale und körperliche Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie weitere Mitarbeitende im Gesundheitswesen nimmt zu. Aus diesem Grund hat das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung gemeinsam mit dem Marburger Bund Niedersachsen, der Ärztekammer Niedersachsen, der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen die Kampagne „Wer hilft, verdient Respekt“ ins Leben gerufen.
Auch wir als St. Bernward Krankenhaus unterstützen die Kampagne. Besonders stolz sind wir darauf, dass sich unsere Kollegin Birgit Fehrmann daran beteiligt. Birgit Fehrmann arbeitet seit 40 Jahren am BK – überwiegend in der Zentralen Notaufnahme – und absolviert derzeit ergänzend eine Ausbildung als Multiplikatorin im Bereich Deeskalation. Im Interview mit der NKG erzählt sie, warum sie sich zur Teilnahme an der Kampagne entschieden hat.
Frau Fehrmann, Sie haben sich bereit erklärt, ein Gesicht der Kampagne „Wer hilft, verdient Respekt“ gegen Gewalt in Gesundheitsberufen zu werden. Was hat Sie dazu bewogen, mitzumachen?
Ich möchte helfen, auf dieses Problem aufmerksam zu machen und ich möchte, dass medizinisches Personal in Ausübung der beruflichen Tätigkeit sicher sein kann vor Übergriffen jeglicher Art.
Gewalt und Übergriffe gegenüber Beschäftigten im Gesundheitswesen sind ein zunehmendes Problem. Was erleben Sie in Ihrem beruflichen Alltag?
Zu Beginn meiner beruflichen Tätigkeit vor über 40 Jahren waren Berufe im medizinischen Bereich hoch angesehen. Das hat sich geändert. Heute erleben wir in meinem Arbeitsbereich täglich Anfeindungen, Bedrohungen und auch körperliche Gewalt.
Sie arbeiten seit vielen Jahren in der Pflege. Was bedeutet für Sie persönlich Respekt im Krankenhaus?
Ich versuche mich stets in meine Patienten und deren Zugehörige hineinzuversetzen, verstehe ihre Sorgen, Ängste und Unsicherheiten, erwarte aber auch Wertschätzung für mein Tun und Verständnis für mein Handeln. Nicht alle Wünsche können sofort erfüllt werden und manche eben auch gar nicht.
Warum ist es aus Ihrer Sicht wichtig, dass über dieses Thema gesprochen wird und die Kampagne ein deutliches Zeichen setzt?
Respektlosigkeit und Eskalationen im beruflichen Alltag führen zu Stress, machen krank und führen unter Umständen dazu, dass Menschen diesen Beruf aufgeben und wieder ausscheiden. Niemand von uns hat bei der Berufsauswahl daran gedacht, als helfende Person Gewalt erleben zu müssen.
Was wünschen Sie sich im Umgang mit den Beschäftigten in Krankenhäusern von Patientinnen und Patienten, Angehörigen, aber auch von der Gesellschaft insgesamt?
Ich würde mich freuen, wenn wir, egal wo, respektvoller miteinander umgehen können. Das gibt Vertrauen ins Leben, Sicherheit und erhöht die Fähigkeit, mit Problemen und Komplikationen besser umgehen zu können. Das ist ein Gewinn für alle!
© Interview: Niedersächsische Krankenhausgesellschaft
© Foto: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung
Weitere Informationen zur Kampagne sind auf den Webseiten der beteiligten Akteure zu finden:
Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung

Judith Seiffert
Referentin für Presse & Öffentlichkeitsarbeit
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